Die Heilsarmee macht sich für Opfer von Menschenhandel stark

Menschenhandel und Zwangsprostitution sind nicht nur ein Phänomen in Entwicklungsländern, sie existieren auch ganz real in Deutschland. Schätzungsweise 880.000 Menschen werden laut Angaben der Europäischen Kommission jährlich in Europa von Menschenhändlerringen ausgebeutet. Die Heilsarmee setzt sich bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts in vielen internationalen sowie lokalen Projekten für Opfer von Sklaverei und sexueller Ausbeutung ein.

„Hilf dem, der sich selbst nicht helfen kann; schaffe denen Recht, die für sich alleine dastehen.“

Sprüche 31,8, Die Bibel

Beispiele unserer Arbeit

Gemeinsam gegen Menschenhandel

Die Heilsarmee ist Gründungsmitglied des Vereins „Gemeinsam gegen Menschenhandel“, ein Bündnis von Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen, die sich auf unterschiedliche Weise gegen Menschenhandel einsetzen. Vorstandsvorsitzender ist Frank Heinrich, Bundestagsabgeordneter aus Chemnitz und ehemaliger Heilsarmee-Offizier. Der Verein hat sich folgenden Zielen verschrieben:

  • Öffentlichkeitsarbeit: Den Skandal Menschen­handel, insbesondere in der Form von Zwangs­prostitution sichtbar machen
  • Prävention: Aufklärung in Herkunfts­ländern und Deutschland
  • Opferhilfe und Opferschutz: Unter­stützung von Organisationen, die sich um Opfer kümmern.
  • Verbesserung juristischer Rahmenbedingungen: Eintreten für Maß­nahmen, die die straf­rechtliche Verfolgung von Menschen­händlern sowie den Opfer­schutz verbessern.

Im Dienst für Menschen im Rotlichtmilieu

Foto: Martin Heimann

In mehreren Städten Deutschlands unterstützen Heilsarmee-Mitarbeiter/innen Frauen im Rotlichtmilieu. Im Hamburger Stadtteil St. Pauli beispielsweise besuchen Mitarbeiterinnen der Heilsarmee regelmäßig Frauen in Bordellen. Prostitution ist in Deutschland seit einigen Jahren legal, dennoch gibt es im Rotlichtmilieu viel Angst, Abhängigkeiten und Gewalt. Für die Frauen (und wenigen Männer) denen die Heilsarmee dort begegnet, sind die warmen Getränke, Snacks und kleinen Aufmerksamkeiten ein Zeichen der Wertschätzung und des Interesses. Die Mitarbeiterinnen der Heilsarmee sind immer zu einem Gespräch bereit und bieten auf Wunsch Hilfe und Unterstützung an.

In Einzelfällen kommt es vor, dass sich Frauen aus dem Rotlichtmilieu der Heilsarmee anvertrauen und Hilfe beim Ausstieg aus der Prostitution, manchmal auch der Zwangsprostitution in Anspruch nehmen. Die Heilsarmee ist dabei gut vernetzt mit anderen Organisationen, die wiederum ganz spezifische Hilfe leisten können. Dadurch sorgt die Heilsarmee dafür, dass den Aussteigerinnen oder den Opfern von Zwangsprostitution bestmöglich geholfen wird.

Europaweit aktiv

Ein europäisches Problem erfordert einen europäischen Ansatz. In ganz Europa nimmt Menschenhandel zu, in Form von Zwangsprostitution, Arbeitsausbeutung und zum Zweck des Organhandels. Da die Heilsarmee in den meisten europäischen Ländern aktiv ist, unterstützt sie über die Grenzen hinweg Opfer, wieder zu einem selbstständigen Leben zu finden. In jedem Land gibt es dafür Kontaktpersonen, die direkt miteinander vernetzt sind.

Über die EU-weite Arbeit gibt der englischsprachige Jahresbericht des Heilsarmee-Büros in Brüssel für Angelegenheiten der EU Auskunft. Das Dokument beleuchtet die Hintergründe dieser immens wichtigen Arbeit und setzt sie zudem in den Kontext der Flüchtlingsthematik, die den Kontinent beschäftigt: „Speak out! Give Hope“ – Jahresbericht hier herunterladen

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Mit Ihrer Spende kümmert sich die Heilsarmee um Menschen, die Opfer von Menschenhandel geworden sind. Danke!

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