Die „Topfkollekte“ der Heilsarmee

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In vielen Ländern weltweit hat die Weihnachtssaison erst dann richtig begonnen, wenn die Heilsarmee mit Musikkapelle und Spendentopf auf der Straße zu sehen ist. Seit 1891 gibt es diese sogenannte Topfkollekte schon.

Auch in Deutschland gehört „der Topf“ in die Adventszeit. Dann stehen und musizieren in Einkaufszonen oder auf öffentlichen Plätzen deutscher Städte Mitarbeiter und Freunde der örtlichen Heilsarmee. Sie sammeln für soziale Projekte wie Notunterkünfte für Obdachlose oder Weihnachtsessen für bedürftige Menschen.

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Es war im Dezember 1891. Der Heilsarmeekapitän Joseph McFee in San Francisco war fest entschlossen, für die armen Leute seiner Umgebung ein Weihnachtsessen zu organisieren. Doch, wer sollte das bezahlen?

Mit dieser Frage beschäftigt, erinnert er sich an seine Zeit als Matrose in Liverpool in England, wo er beobachtete, wie Passanten am Landesteg für einen wohltätigen Zweck Gaben in einen grossen Topf legten.

Kurz entschlossen holte Joseph McFee bei den Behörden die Bewilligung für eine Sammlung dieser Art am Landesteg der Oakland-Fähre ein und stellte an gut sichtbarer Stelle einen Kochtopf auf. Wer auf die Fähre ging oder von der Fähre kam, musste am Topf vorbei.

Die Idee breitete sich aus. Vier Jahre später stellten bereits 30 Heilsarmee-Korps in der Weihnachtszeit Sammeltöpfe auf, um mit dem Erlös eine Weihnachtsfeier mit Essen und Geschenken für benachteiligte Menschen zu finanzieren.

1898 feierte die Presse die Topfkollekte der Heilsarmee als die „neueste und originellste Sammelaktion“. Der Brauch der Sammeltöpfe ist bis heute erhalten geblieben.

Der Topf am Dreibeinständer ist in vielen Ländern weltweit während der Weihnachtszeit nicht mehr aus den Einkaufsstrassen und Shoppingcentern wegzudenken. Die Topfkollekte der Heilsarmee findet man an Weihnachten in Korea, Japan und Chile, unter der glühenden Sonne Australiens und bei uns, wenn der Schnee leise rieselt.

Auch die Tradition der Weihnachtsessen für einsame und bedürftige Menschen ist geblieben. In Tausenden von Heilsarmeezentren wird dazu eingeladen und bedürftige Familien erhalten Lebensmittel oder Gutscheine, um ihr eigenes Weihnachtsessen feiern zu können.

Quelle: www.heilsarmee-dhq-mitte.ch

Über 100 Gäste kommen beispielsweise jedes Jahr zur Weihnachtsfeier in die Lübecker Heilsarmee-Gemeinde. Neben wohnungslosen Menschen sind es auch Männer und Frauen, die sich ein festliches Essen einfach nicht leisten können. „Das Schönste für mich ist, wenn unsere Gäste auch für einen Moment ihre drückenden Sorgen vergessen können“, sagt Kapitän Eduard Hilligsberg, Leiter der Heilsarmee-Gemeinde in der Hansestadt.

Sehen Sie nachfolgend eine Bildauswahl von Weihnachts­sammlungen der Heilsarmee weltweit im Laufe der Geschichte. (Oder klicken Sie hier, um unsere ganze Topfsammlungsgalerie anzusehen.)